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Gestaltete Zwischenräume

Im Oktober 2009 stellte Bene sein neues Programm für kommunikative Bereiche im Büro vor. Parcs wurde gemeinsam mit dem englischen Designbüro PearsonLloyd entwickelt. Die Zusammenarbeit zwischen Bene und den Designern begann mit der Festlegung eines Arbeitstitels: „New Meeting Environments“, wobei all die Bereiche im Büro zusammengefasst sind, die einen Kontrapunkt zu den Arbeitsplätzen bilden. Eine Besonderheit im Designprozess war, zunächst die einzelnen Szenarien zu entwickeln, die die Basis für das spätere Programm bilden, jedoch Designdetails möglichst lange draußen zu lassen. Bene und PearsonLloyd ist damit ein Ansatz gelungen, der ganz im Sinne des Bene Credos „Der Raum ist unser Produkt“, ist. Bei der Produkteinführung in Wien waren die englischen Designer Luke Pearson und Tom Lloyd anwesend und standen für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

DBZ: Sie entwerfen Sitzmöbel, Leuchten, Badarmaturen sowie das Interior von Flugzeugen oder Design für den urbanen Raum. Welche dieser Aufgaben reizt Sie am meisten?
Tom Lloyd: Wir lieben es, in die unterschiedlichsten Projekte eingebunden zu sein. Wir fühlen uns, als hätten wir mehrere Leben, jedes mit einem komplett anderen Anspruch. Aber alle beeinflussen sich untereinander. Wir wollen gar nicht in nur einem Bereich arbeiten.


Wovon werden Sie inspiriert?
Eigentlich kann alles eine Quelle der Inspiration sein: Das Detail einer Flasche, Reisen, das Umherschauen während man auf einen Flug wartet oder der Weg zu neuen Kunden, die in ihrer eigenen Landschaft und Kultur eingebettet sind. Auch der Besuch eines Restaurants kann inspirieren oder die Erfahrungen fremder Kulturen, wie der in Mali, die für Toguna Pate stand. Wir haben zum Beispiel in unterem Büro eine Sammlung von Bürsten, die wir aus Haushaltswarenläden mitbringen, wenn wir unterwegs sind – es ist fantastisch, wie unterschiedlich Bürsten sein können!


Was interessiert Sie am Thema „Büro”?
Das Büro kann als ein gesellschaftlicher Mikrokosmos betrachtet werden, der von der Interaktion der Menschen bestimmt wird. Wir finden überall ähnliche Verhaltensweisen, sei es am Strand, im Park oder auf einem Platz in der Stadt. Darauf basiert unsere Arbeit – auf den Menschen und nicht auf den Produkten. Im Büro gibt es nicht nur die von ökonomischen Faktoren bestimmten Stationen wie einen Schreibtisch oder Konferenztisch zu teilen oder, wenn sie ein wenig ausbrechen wollen, zu einem Sofa zu gehen. Wir interagieren an verschiedenen Orten mit Anderen, sei es an einer Wand lehnend, auf einer Treppe sitzend oder an der Kaffeemaschine stehend. Unserer Meinung nach sind viele Unternehmen und Manager zu sehr einem Denken verhaftet, wonach Menschen nur dann arbeiten, wenn sie am Schreibtisch sitzen. Es bedarf der Aufgeklärtheit, Progressivität und des Realitätssinns um zu erkennen, dass auch jemand, der auf einem Sofa sitzt, Mehrwert für das Unternehmen schafft.


Was ist das Besondere an dem Parcs-Programm?
Es ist angesiedelt zwischen einem Möbel und Architektur, es ermöglicht Räume zu bilden und diese auch zu gliedern. Es bietet eine Balance zwischen Energie und Ruhe. Wir haben versucht, eine allgemein gültige Struktur zu entwickeln, die den jeweiligen Architekten und Planern ein hohes Maß an Flexibilität einräumt. Jeder kann Parcs nach seinem Verständnis und seinen Vorstellungen den jeweiligen kulturellen Gegebenheiten und Anforderungen anpassen.


Bei der heutigen Wirtschaftslage: Warum sollte ein Unternehmen in eine Büroeinrichtung investieren, die die Kommunikation und die Entspannung fördert?
Ich denke Schreibtische und Konferenzräume unterstützen nicht wirklich Produktivität in einer Wissensgesellschaft. Wir brauchen andere Erfahrungen, um Menschen zum Kommunizieren zu bringen. Die Räume, die wir mit dem Programm schaffen können, sind sehr effizient, sowohl was die Raumnutzung als auch was die Kosten betrifft.


Wie wird sich unsere Büroarbeitswelt in Zukunft verändern?
Fortschritte in der Technologie und im Transfer von Wissen werden die Büroarbeit verändern. Es geht auch hier wieder um den Menschen und darum, wie er von der Technik unterstützt wird.


Wie sieht Ihr eigenes Büro aus?
Irgendwie ist es wie ein Möbelgeschäft, allerdings chaotischer, es ist voll mit Prototypen. Das ist auch Energie und Kreativität. Aber wir haben neben diesem Durcheinander auch ganz normale Arbeitszonen…
 
Designbüro PearsonLloyd
Im Londoner Stadtviertel Shoreditch – ehemals als Armenviertel verrufen und mittlerweile Heimat der Londoner Kunst- und Designszene – befindet sich eines der erfolgreichsten Designstudios Großbritanniens: PearsonLloyd. Der Schaffensbereich der Designer Luke Pearson und Tom Lloyd, die seit 1997 zusammenarbeiten, umfasst unterschiedliche Disziplinen wie Innenarchitektur, Möbel- und Produktdesign. Zu den zahlreichen internationalen Kunden von PearsonLloyd gehören unter anderem Artemide, Classicon, Fritz Hansen, Knoll International, Lufthansa und Walter Knoll. Luke Pearson und Tom Lloyd lernten einander während ihres Master-Studiums am Royal College of Art (RCA) in London kennen.
 
www.pearsonlloyd.com
 


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